JA für den Hochwasserschutz

Der BGB wird oft vorgeworfen, sich im „Kleinkram“ zu verlieren (Stichwort: Nur 4% der Gärten sollen überbaut werden). Uns wurde oft vorgeworfen, sentimentale „Baumstreichler“ und „Fortschrittsverweigerer“ zu sein. Ja, wir mögen Bäume, ja, wir mögen die Gärten. Wir würden sie sogar noch mehr mögen, würde die Stadt – anstatt sich darüber zu mokieren, dass die Köfpwiesen nur von wenigen Gartenbesitzern genutzt würden – die ihr gehörenden Flächen zum Naherholungsgebiet für alle umbauen würde statt sie von Unkraut überwuchern zu lassen. Das würde mit wenigen Mitteln sogar im Zuge der fieberhaft erwarteten Gartenschauentscheidung gehen.

Doch wichtiger als die Diskussion um die drei Gärten, die, so die Stadt, lediglich „4% der Gesamtfläche“ ausmachen, ist die Diskussion, die die Stadt nicht eingeht und bei der gerne um den heißen Brei herumgeredet wird, anstatt konkrete Studien und Untersuchungen vorzulegen.

Fakt ist: Es bestehen ökologische Bedenken gegen die Planung, die nichts mit „Bäume streicheln“ zu tun haben, sondern mit Wasserschutz und Schutz des Mikroklimas in der Innenstadt. Auch wenn es nur um 4% der Gesamtfläche geht: Gerade an dieser Stelle, die überbaut werden soll, werden die Grünflächen benötigt! Außerdem werden in unseren Augen gesetzliche Vorgaben zum Hochwasserschutz ignoriert. Die Köpfwiesen erfüllen wichtige ökologische Funktionen für Vaihingen.

  • Ein großer Teil des Trinkwassers wird direkt neben dem geplanten Neubau, der entsiegelte Parkplätze (Rasengittersteine) benötigt, gewonnen. Eine Gefährdung z.B. durch Öl ist unseres Erachtens vorprogrammiert.
  • Das klimaökologische Gutachten, das der Begründung des Bebauungsplans zugrunde liegt, empfiehlt sogar ein den Rückbau vorhandener Bebauung, Ein größeres und höheres Gebäude würde die Frischluftzufuhr in der Altstadt noch weiter blockieren.
  • Die Köpfwiesen dienen dem Hochwasserschutz für die Altstadt, da diese bereits bei 50- jährlichem Hochwasser signifikant überflutet werden. Der geplante, wesentlich größere Neubau (3fach verbaute Grundfläche im Vergleich zum jetzigen Enßle-Gebäude) stände als Strömungsriegel quer zur Fließrichtung. Wasser würde deutlich langsamer abfließen. Der dadurch erfolgende Rückstau würde die Altstadt stärker gefährden. Von der Stadtverwaltung gibt es bisher kein Konzept dazu.
  • Ungeklärt ist auch, inwieweit sich die Neubauplanung an dieser Stelle mit 78 Abs. 1 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) des Landes Baden-Württemberg in Vereinbarung bringen lässt, wo unter anderem eine Ausweitung von Neubauflächen in Überschwemmungsgebieten oder die die Errichtung von Mauern, Wällen oder ähnlichen Anlagen quer zur Fließrichtung des Wassers bei Überschwemmungen untersagt wird.

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