Die Köpfwiesen als perfekter Rahmen für den Balladenabend – ein voller Erfolg der Veranstaltung

Wer hätte das gedacht? Trotz der kurzfristigen Planung und noch kurzfristigeren Ankündigung, trotz des Zitterns um das Wetter – wird es regnen, wird es nicht regnen? – wurde der von Prof. Verena Weiss initiierte Balladenabend zum vollen Erfolg. Sechs Studierende des zweiten Jahrgangs an der Stuttgarter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst haben bei Abenddämmerung in dreien der  Köpfwiesengärten Balladen vorgetragen.

Wer nun denkt „Wie langweilig und altmodisch!“, könnte sich nicht mehr täuschen. Da wirbelte eine rotgewandete Mephista durch die Bäume, den Monolog aus Goethes Faust deklamierend. Kästners Ballade vom Nachahmungstrieb ließ die zahlreichen Besucher ebenso erschauern wie  C.F. Meyers Die Füße im Feuer. Dramatisch war auch Salomés Tanz von Georg Britting, in dem Herodes der tanzenden Schönen neue Schuhe aus Menschenhaut versprach. Doch es wurden nicht nur dramatische Balladen vorgetragen. Goethes Zauberlehrling, altbekannt und geliebt von jung und alt, entlockte dem Publikum Lacher. Kästners Die Wälder schweigen fand in den in Dämmerung getauchten Gärten den perfekten Rahmen. Und auch ganz Neues war zu hören: eine spontane Eigenschöpfung des Duos Antonia Wolf/ Lara Warachewics und Stings Fields
of Gold als einziger Liedvortrag hatte seinen Raum und fand begeisterten Anklang.

Alles in allem war es, so war die einhellige Meinung der ca. 150 Besucher, ein gelungener Abend. Der überraschend große Andrang führte dazu, dass die Besucher in drei Gruppen aufgeteilt werden mussten, die in einem Rotationssystem durch die Gärten geführt wurden.