Erhalt der Engelschen Stallscheuer

Wie die meisten wissen werden, wurde kürzlich das alte Engel-Gelände zwischen Graben- und Friedrichstraße an die WO Oberriexingen verkauft, also genau die Firma, die bereits für die Neubebauung der Wilhelmshöhe in der Suttgarter Straße verantwortlich ist oder für die zukünftige Bebauung an der Stelle des alten Bahnhofshotels.

Die BGB sieht diese Entwicklung mit Sorge. Zu viele alte Bauwerke wurden bereits zerstört und durch modernen Beton ersetzt. Zu altmodisch, zu hässlich, zu marode, zu teuer in der Renovierung sind die alten Gebäude häufig. Oftmals ist daher der Verfall gewollt. Unerwünschte Bauwerke der vergangenen Jahrhunderte werden nur zu häufig mit voller Absicht dem Verfall überlassen, was oftmals nur wenige Jahre dauert. Weg damit, Renovieren lohnt nicht mehr… oder doch?

Natürlich muss und kann man nicht alles erhalten. Aber die Frage, die wir uns stellen müssen ist, ob Profit wirklich alles ist? Oftmals wird mit bezahlbarem Wohnraum argumentiert, wenn es darum geht, alte Bauten abzureißen und neue Mehrfamilienhäuser an ihre Stelle zu setzen, Tatsache aber ist, dass es sich zu einem überwiegenden Teil um Investorenarchitektur handelt: Schnelllebige, günstig hochgezogene Betonbauten, die in den allermeisten Fällen keinerlei städtebaulichen Wert haben und rein aus Profitgründen errichtet werden – und die obendrein keineswegs günstig sind! Die kalt kalkulierte Kosten-Nutzen-Rechnung nimmt unseren Städten zunehmend den teilweise einzigartigen Charakter, der diese Städte überhaupt erst ausmacht. Auch Vaihingen kann sich (noch) einer sehr reizvollen Innenstadt rühmen. Aber es ist erschreckend, was in den letzten Jahren an alter Bausubstanz zerstört wurde, um neumodischen Bausünden Platz zu machen.

Die Engelsche Stallscheuer ist sicherlich architektonisch nicht herausragend. Aber sie ist städtebaulich prägend. Sie gehört zum alten Stadtbild. Nun wollen WO und Gemeinderat die denkmalgeschützte Scheune loswerden. Angeblich sei sie zu marode, um sie zu erhalten. Zu teuer, sie umzubauen. Sie ist, schlicht und ergreifend, im Weg.

Die Neubauten fressen sich in altbewährter Salamitaktik immer weiter in die Innenstadt hinein und machen sie zunehmend gesichtsloser und nichtssagender. Hier, und das gilt speziell für ein solch zentrales Gelände, sollte die Stadt sich dem Investor – der sich wohl kaum ein sehr vielversprechendes Gelände in einer solch günstigen Lage entgehen lassen wird, bloß weil ihm die Stadt ein paar Auflagen auferlegt – unnachgiebig zeigen. Dei Scheune ist es wert, erhalten zu werden.

Reinhard Wahl hat daher, im Auftrag einiger Vaihinger Organisationen eine Stellungnahme verfasst, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen. Die BGB steht voll hinter der Forderung, die Scheune zu erhalten.

Stellungnahme-Engelsche-Stallscheune-03.09.19

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