Erste Einwohneranträge in Vaihingens Stadtgeschichte

Wir initiieren nun zwei Einwohneranträge in Vaihingen an der Enz. Damit fordern wir die hiesigen Stadträte auf, sich mit der Zwischennutzung des Enßle-Gebäudes sowie die daran angrenzenden drei Gärten in den Köpfwiesen auseinanderzusetzen. Wir wollen das demokratische Mittel nutzen, um Stillstand zu vermeiden, denn zur Zeit könnte man den Eindruck bekommen, dass Verwaltungsspitze und Gemeinderat die restlichen 2,5 Jahre bis zum Ablauf des Bürgerentscheids aussitzen wollen, um so weiterzumachen wie vorgesehen.

Einwohneranträge für Enßle-Gebäude und Köpfwiesengärten

Damit die alte Lederfabrik und die Gärten weiterhin im Gespräch bleiben und eine Zwischenlösung gefunden wird, setzen wir nun das Instrument der direkten Demokratie, den Einwohnerantrag gemäß §20b Gemeindeordnung, ein. Die Unterzeichner beantragen, dass folgende Angelegenheiten vom Gemeinderat behandelt werden: Nutzung des Enßle-Gebäudes bis zum 17. März 2021 sowie der angrenzenden drei Gärten in den Köpfwiesen. Auf dem ersten Antrag heißt es: „Der Gemeinderat möge darüber beraten und beschließen, ob das Enßle-Gebäude für die übergangsweise Nutzung durch Vereine und sonstige interessierte Gruppierungen zur Verfügung gestellt werden soll.“ Es gibt viele gute Ideen und Möglichkeiten, um dieses Gebäude in der Zwischenzeit zu nutzen statt es einfach leerstehen zu lassen. Es sei nicht nachvollziehbar, wieso ein funktionstüchtiges Gebäude, das der Stadt bereits gehört, leer stehen sollte, wenn dieses von und für die Einwohnerinnen und Einwohner vorübergehend sinnvoll genutzt werden könnte. Schließlich heißt unser Credo ja: Innehalten – GEMEINSAM GESTALTEN!

Gleiches gilt für die drei Gärten, die nun leerstehen. Den Pächtern wurde ohne große Not, noch vor dem Bürgerentscheid, gekündigt. Nun stehen die Gärten leer und der Bauhof kümmert sich, sprich: er macht das Nötigste, damit die Gärten nicht zuwuchern. Auch hier ist es nicht einzusehen, wieso diese Gärten nicht neu verpachtet werden, denn dadurch könnten die Gärten, ohne zusätzlichen Aufwand für den Bauhof der Stadt, in gepflegtem Zustand erhalten bleiben. Auch hier steht die Befürchtung im Raum, dass die Stadt hier ein Exempel statuieren möchte, indem sie uns als BGB den schwarzen Peter – wieder mal – für den Stillstand zuschiebt.

Das Verhalten der Verwaltungsspitze ist für uns rational nicht nachvollziehbar, deshalb werden wir das Mittel des Einwohnerantrags, bzw. der -anträge, einsetzen, um das Thema im Gemeinderat als Tagesordnungspunkt aufzunehmen. Unterstützen Sie uns durch Ihre Unterschriften.

350 Unterschriften pro Antrag sind nötig

In Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern müssen mindestens 1,5 Prozent der Antragsberechtigten den Antrag unterstützen. „Sprich, wir benötigen rund 350 Unterschriften pro Antrag. Unterschriftsberechtigt ist, wer im Zeitpunkt der Unterzeichnung mindestens 16 Jahre alt ist und seit mindestens drei Monaten in der Gemeinde wohnt. Es dürfen also alle Einwohner unterschreiben, nicht nur EU-Bürger wie beim Bürgerbegehren. Wir bitten darum, bei der Unterschrift auch das Geburtsjahr anzugeben, falls das genaue Geburtsdatum nicht vermerkt werden soll“, sagt Martina Staiger. Der Gemeinderat muss das Thema dann innerhalb von drei Monaten nach Eingang des Einwohnerantrags behandeln. Die Unterschriftenlisten liegen bei if.Goldschmiede und Schmuckgalerie, Inhaberin Ingeborg Braun-Frederick, in der Mühlstraße 7 aus und können dort unterschrieben werden. Alternativ können Sie die Unterschriftenlisten auch hier auf unserer BGB-Homepage herunterladen, um sie dann, nach dem Ausfüllen bei if.Goldschmiede und Schmuckgalerie abzugeben.

Download Unterschriftenliste Enßle-Gebäude Download Unterschriftenliste Köpfwiesengärten

Offene Liste für die Kommunalwahl

Wir als BGB sind zutiefst enttäuscht: Statt den Bürgerentscheid als Anstoß zur Änderung zu sehen, stellt sich die Verwaltungsspitze weiterhin quer. Die drei geräumten Gärten – ehemals die schönsten Gärten der Köpfwiesen – sind der Verwaltung des Bauhofs unterstellt statt neu verpachtet zu werden. Der Grund dafür ist nicht nachvollziehbar, denn immerhin könnten die Gärten so, ohne Mehraufwand für die Stadt, in Ordnung gehalten werden. Statt dessen bietet sich den Besuchern der Köpfwiesengärten ein trauriges Bild, das auch auf die Stadt reflektiert, sind doch diese Gärten durchaus ein besonders Alleinstellungsmerkmal, mit dem Touristen und BürgerInnen in die Stadt gelockt werden könnten. Unverständlich ist auch die vehemente Weigerung, die Gärten auch nur für einen Abend zur Verfügung zu stellen. Die Anfrage von Verena Weiss, ob sie für den Balladenabend den Conradtschen Garten nutzen dürfe, da sie ihn noch aus der Kindheit kenne, wurde mit einem „Nein“ beschieden. Das leerstehende Enßle-Gebäude erlebt das gleiche Schicksal wie die Gärten. Das große Gebäude, das durchaus für eine Nutzung zur Verfügung stehen könnte, bleibt leer, weil es die Verwaltungsspitze so will. Eine freundliche Nachfrage einer vom Balladenabend begeisterten Schauspielstudentin, ob dieses Gebäude für Proben und Aufführungen offen stehen könnte, wurde mit einem kurzen „Das Gebäude steht nicht zur Verfügung“ abgefertigt, ohne nähere Begründung. Junge, begeisterte Leute, die unser Vaihingen mit kulturellem Leben aufwerten könnten, werden kurzerhand abgefertigt. Auch das wirft ein sehr schlechtes Licht auf unsere Stadt. Der Vorschlag eines Runden Tisches, der zwischen Bürgern, Gemeinderat und Verwaltung vermitteln könnte, wurde abgelehnt. Scheinbar wird eine Beteiligung der Bevölkerung nicht gewünscht und wir bekommen den Eindruck, dass hier in Vaihingen noch sehr viel Nachholbedarf besteht, was Bürgerbeteiligung betrifft. Andere Städte sind bereits im 21. Jahrhundert angekommen.

Der Stillstand – für den die BGB nun den schwarzen Peter erhalten hat – ist für uns nicht zu verstehen. Daher haben nun einige Mitglieder der BGB beschlossen, eine eigene Liste zu gründen, die für mehr Bürgerbeteiligung und mehr Transparenz steht und die bei der nächsten Kommunalwahl antritt. Die Liste, BürgerBewegung Vaihingen (BBV), ist noch im Entstehen und für alle Interessierten offen. Sie ist parteilos und sucht interessierte Mitwirkende und Mitstreiter, die sich engagieren und / oder unterstützend einbringen wollen. Sie strebt einen neuen, offenen, konstruktiven und bürgernahen Politikstil an und will denen eine Stimme geben, die sich nicht ausreichend vertreten und gehört fühlen. Zentrale Punkte sind eine zukunftsfähige Entwicklung der Gesamtstadt, Bürgernähe und Transparenz. Jede Bürgerin, jeder Bürger ist willkommen! Die BBV wird übrigens völlig unabhängig von der BGB arbeiten.
Das nächste Treffen findet am Mi., 12.12., um 19 Uhr im Gasthaus zum Engel, Stuttgarter Straße 2, in Vaihingen statt.

Musikalisches Frühstück in den Köpfwiesen

Der Sommer ist vorbei und damit auch die Sommerpause der BGB. Bevor wir uns aber wieder mit den ernsthaften Themen beschäftigen, feiern wir am Sonntag, den 23.09.2018 den Herbstanfang bei einem zünftigen Weißwurstfrühstück. Es gibt alles, was dazu gehört: Weißwurst, Bier und Brezeln. Senf natürlich auch. Und selbstverständlich haben wir auch die Kleinen und diejenigen, die zu so früher Stunde lieber keinen Hopfensaft trinken, nicht vergessen: Es gibt auch Wasser, Saft und Schorle.

Für die musikalische Unterhaltung sorgt – nein, keine bayrische Blaskapelle (zum Glück!), sondern das Willi Rath Quartett, das mit swingendem Jazz unterhalten wird. Mit dabei sind Willi Rath am Klavier, Markus Widmann am Bass, Martin Renninger am Schlagzeug und Gerhard Putschögl an der Geige.

Die Veranstaltung beginnt um 11.00 Uhr, doch für Interessierte bietet Andreas Schuller bereits um 10.00 Uhr eine Gartenführung zur Einstimmung auf das Event an. Bei sehr großem Interesse hat Andreas Schuller angeboten, eine zweite Gartenführung im Anschluss an die Veranstaltung durchzuführen.

Der Eintritt ist frei, Speis und Trank ebenfalls. Über Spenden hingegen würden sich BGB und VAI sehr freuen.

Bei anhaltendem Regen muss die Veranstaltung leider ausfallen. Sollte es jedoch nur ein wenig nieseln oder der Himmel uns zwischendurch mit ein wenig auffrischender Feuchtigkeit beglücken, macht das nichts. Wir feiern dann trotzdem mit Ihnen!

Entspannte Gespräche bei hochsommerlichen Temperaturen

Die von der BGB initiierte erste Runde der “Sommergespräche am Strand” liefen gut an. Bei hochsommerlichen Temperaturen haben Vertreter der BGB am Strandleben zu Gesprächen eingeladen. Interessierte BürgerInnen haben hier die Gelegenheit, sich zu aktuell brennenden Themen rund um Vaihingen (einfügen) zu informieren und auszutauschen. 

Nach dem Bürgerentscheid war die Stimmung zwischen den Befürwortern und Gegnern des Projekts bekanntermaßen frostig, so frostig, dass sich selbst alte Bekannte nicht mehr auf der Straße grüßen wollten. Dass sich inzwischen Gemeinderäte an den Tisch mit der BGB setzen und sich austauschen, kann als großer Fortschritt gezählt werden: Man nähert sich einander an, man redet wieder miteinander, man hört sich zu, man versucht, den jeweiligen Standpunkt des anderen zu verstehen – ganz ohne Animositäten! Diskutiert wurde über alles mögliche: Über die Aufenthaltsqualität in Vaihingen, Radwege, Arbeitsweise des Gemeinderats, die Gartenschau… Insgesamt kann das erste “Sommergespräch am Strand” als ein sehr entspannter und angenehmer Abend gewertet werden.

Die BGB freut sich schon auf die nächsten Gespräche, die bis Ende August jeden Dienstag ab 19.30 Uhr stattfinden werden. 

Sommergespräche am Strand

Unter dem Titel „Sommergespräche am Strand“ wird die BürgerGärtenBewegung (BGB) im Monat August immer dienstags, ab 19:30 Uhr mit einem Tisch am Strandleben vertreten sein.

Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt die Gelegenheit geben, in gemütlicher Atmosphäre miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über aktuelle Themen in Vaihingen auszutauschen. Jedermann ist willkommen. Weiterlesen

Das neue Infoblatt ist da!

Unser neues Infoblatt ist da, diesen Monat ein klein wenig verspätet. Wieder einmal waren unsere Arbeitsgruppen bienenfleißig gewesen und haben eine ganze Reihe an Ideen angestoßen und mit der Umsetzung begonnen: So gab es zum Beispiel ein Gespräch mit den Fraktionen und die Planung, einen „runden Tisch“ mit einer externen und daher objektiven Mediation umzusetzen. So wird eine erste Annäherung wieder möglich und ein Miteinander wahrscheinlich. Die BGB setzt jedenfalls weiterhin auf den Dialog.

Bild: Pixabay/congerdesign

Daher laden wir Sie auch ganz herzlich zu unseren Sommergesprächen ein, die statt unseres Plenums stattfinden. Jeden Dienstag ab 19.30 Uhr werden Mitglieder der BGB im Sandkasten zu finden sein und über aktuelle Themen rund um „Vaihingen“ reden. Wir freuen uns auf Sie!

Das aktuelle Infoblatt können sie hier herunterladen:

Infoblätter zum Download

Quo vadis, BGB? Erste Gespräche und Ideen werden ausgetauscht

„Wie geht es nun weiter mit der BGB?“, werden sich einige fragen. Nach dem Bürgerentscheid war die Stimmung zwischen BGB und Gemeinderat (verständlicherweise) frostig, hatte die Stadt mit ihren Plänen eine Niederlage erlebt. Doch da eine Demokratie nicht nur aus Einigkeit und eitel Sonnenschein besteht, sondern häufig auch von Kontroversen bestimmt wird, ist es notwendig, zu reden. Nur durch Reden können sich die verschiedenen Parteien wieder annähern – und wäre es nicht langweilig, wenn alle nur einer Meinung wären? Eine lebendige Demokratie hält auch andere Meinungen aus. Daher kam von der BGB der Vorschlag eines Runden Tisches, denn nur gemeinsam können wir am „Ziel eines lebendigen und lebenswerten Vaihingens“ arbeiten, so Pressesprecher Jens-Uwe Dammann. Erste Ideen, wie die Wiederannäherung erfolgen kann – wie z.B. mittels eines externen Mediators am runden Tisch – wurden mit der Presse und den Fraktionen bereits besprochen.

Ein zweites Herzensanliegen der BGB ist die Stadtentwicklung, gerade in Hinsicht auf die große Chance, die sich durch die Gartenschau 2029 bietet.  „Die Gartenschau ist eine tolle Chance für Vaihingen, lebenswert und attraktiv zu werden. Wir wünschen uns aber eine hohe Einbindung der Bürger durch die Entscheidungsträger“, sagt Renate Quiring, die sich besonders für die Arbeitsgruppen Bürgerbeteiligung/Transparenz einsetzt. Wichtig ist es der BGB, sich auch hier einzubringen. Erste Ideen für das Enßle-Areal gab es ja bereits mit dem Projekt Lifehouse. Nun hat Stadtplanerin Brit Fröhlich das 2015 von Studenten entwickelte Stadtkonzept für Vaihingen an der Enz zusammengefasst und ein mögliches Szenario für das weitere Vorgehen in Vaihingen
vorgestellt.

Es  gibt  weitere Vorschläge, allgemein für die Stadtentwicklung, für mehr Bürgerbeteiligung, aber natürlich auch für das Enßle-Areal und die Köpfwiesengärten. Über unser aktuelles Infoblatt werden Sie monatlich über unsere Fortschritte im Plenum und den Arbeitsgruppen informiert.

Die Köpfwiesen als perfekter Rahmen für den Balladenabend – ein voller Erfolg der Veranstaltung

Wer hätte das gedacht? Trotz der kurzfristigen Planung und noch kurzfristigeren Ankündigung, trotz des Zitterns um das Wetter – wird es regnen, wird es nicht regnen? – wurde der von Prof. Verena Weiss initiierte Balladenabend zum vollen Erfolg. Sechs Studierende des zweiten Jahrgangs an der Stuttgarter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst haben bei Abenddämmerung in dreien der  Köpfwiesengärten Balladen vorgetragen.

Wer nun denkt „Wie langweilig und altmodisch!“, könnte sich nicht mehr täuschen. Da wirbelte eine rotgewandete Mephista durch die Bäume, den Monolog aus Goethes Faust deklamierend. Kästners Ballade vom Nachahmungstrieb ließ die zahlreichen Besucher ebenso erschauern wie  C.F. Meyers Die Füße im Feuer. Dramatisch war auch Salomés Tanz von Georg Britting, in dem Herodes der tanzenden Schönen neue Schuhe aus Menschenhaut versprach. Doch es wurden nicht nur dramatische Balladen vorgetragen. Goethes Zauberlehrling, altbekannt und geliebt von jung und alt, entlockte dem Publikum Lacher. Kästners Die Wälder schweigen fand in den in Dämmerung getauchten Gärten den perfekten Rahmen. Und auch ganz Neues war zu hören: eine spontane Eigenschöpfung des Duos Antonia Wolf/ Lara Warachewics und Stings Fields
of Gold als einziger Liedvortrag hatte seinen Raum und fand begeisterten Anklang.

Alles in allem war es, so war die einhellige Meinung der ca. 150 Besucher, ein gelungener Abend. Der überraschend große Andrang führte dazu, dass die Besucher in drei Gruppen aufgeteilt werden mussten, die in einem Rotationssystem durch die Gärten geführt wurden.