Unsere Ziele

Was wollen wir eigentlich? Ganz einfach: Wir wollen erreichen, dass die Stadt ihren Plan, an Stelle des alten „Enßle“-Gebäudes einen neuen Wohn- und-Shopping-Komplex errichtet, noch einmal überdenkt. Ein erstes Mittel, um die Stadt zum Umdenken zu bewegen, ist das Bürgerbegehren, für das die BGB seit Mitte September Unterschriften sammelt.

Wir sind der Ansicht, dass die Planung der Stadt, nämlich drei der Bürgergärten sowie das Enßle-Gebäude abzureißen, nicht sinnvoll ist. Dieses Vorhaben soll, so die Stadt, zunächst einmal einem sehr lobenswerten Ziel dienen: Durch den Neubau eines Shopping-Komplexes soll die Innenstadt wiederbelebt und die weitere Verödung der Altstadt verhindert werden. Dagegen ist natürlich nichts einzuwenden. Nur: Wie soll das funktionieren? Die Errichtung eines kleinen Shopping-Komplexes mit Wohnbebauung soll VOR der Innenstadt erfolgen. Es ist jedoch kaum anzunehmen, dass die Käufer vor oder nach dem Einkauf noch durch die Stadt schlendern werden. Statt dessen ist es realistischer anzunehmen, dass der Homo Consumicus aus dem Auto steigen , seine Einkäufe erledigen, ins Auto steigen und wieder nach Hause fahren wird. Durch solch einen Einzelhandelsbau wie er derzeit in Planung ist, entsteht keinerlei Anreiz, die Altstadt zu besuchen, was langfristig zur Folge haben wird, dass ein  „Staubsauger-Effekt“ eintritt, der dafür sorgen wird, dass die Geschäftslage innerhalb der Altstadt immer unattraktiver wird. Aber nicht nur die zu erwartenden Folgen für den Einzelhandel wären fatal.

Es stehen noch weitere gravierende Bedenken im Raum:

  • Wie lässt sich der Bau eines 08/15-Shoppingcenters durch einen Investor, der in erster Linie an Wirtschaftlichkeit und Rentabilität interessiert ist, mit dem Nachhaltigkeitsanspruch der Stadt, der ausdrücklich in der Agenda 21 formuliert wird, in Einklang bringen?
  • Wie lassen sich die aktuellen Pläne mit der Vorgabe des Landes vereinbaren, hochwasserverträglich zu bauen? So wie die derzeitige Planung aussieht, werden diese Vorgaben ignoriert, ja geradezu konterkariert.
  • Wie will die Stadt mit dem erhöhten Verkehrsaufkommen und der für Anwohner zu erwartenden Verschärfung der Parksituation fertig werden, ganz zu schweigen vom erhöhten Lärm- und Abgasaufkommen?
  • Wie will die Stadt eine Bewerbung um die Ausrichtung einer Landesgartenschau damit rechtfertigen, die Gärten neben dem Enßle-Gebäude samt der malerischen Jugendstil-Gartenhäuschen abzureißen?
  • Wieso will die Stadt unbedingt den letzten unverbauten Zugang zur Stadt durch ein Betongebäude, das verglichen mit den Proportionen der kleinteiligen Altstadt deutlich zu wuchtig und klotzig ausfällt, zerstören?
  • Wieso sollen die Köpfwiesengärten, die für das Mikroklima der Altstadt von enormer Wichtigkeit sind, da diese sonst keinerlei Grünflächen enthält, durch Beton eingeschlossen und somit ihrer ausgleichenden Funktion beraubt werden?
  • Wieso wird einerseits mit der mittelalterlichen, „liebevoll renovierten Altstadt“ und der „malerischen Landschaft“ geworben und gleichzeitig alles dafür getan, dieser Altstadt und der malerischen Landschaft den Garaus zu machen?

Das sind Fragen, die wir uns stellen müssen.